Christof Johannes Weiß wurde am 16.7.1986 in Regensburg geboren. Nach dem Abitur am Max-Reger-Gymnasium Amberg (2006) studierte er Komposition an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Heinz Winbeck sowie Physik Diplom an der Universität Würzburg. Im Anschluss daran absolvierte er Studien in der Fortbildungsklasse Komposition bei Tobias P. M. Schneid, welche er im Juli 2012 mit dem Konzertdiplom abschloss.

Kompositorische Arbeiten für Klavier, Soloinstrumente und Ensembles in verschiedenen Be-setzungen sowie zwei Theatermusiken gehören zu den bisherigen Arbeiten des Komponisten. Für Kammer- und Sinfonieorchester hat er mehrere Werke verfasst. In Drifting colors und Wurzelwerk widmet er sich dem sinfonischen Blasorchester, einer eher seltenen Besetzung im Bereich der Neuen Musik.

Zwischen 2006 und 2009 entstand das abendfüllende Oratorium Horror otii (Text: Harald Bäumler), eine groß besetzte Raumkomposition zum Thema „Zeit“, die im März 2010 in Amberg uraufgeführt wurde, gefördert vom Bayerischen Kulturfonds. Das Kammermusikwerk shading a changeable timeframe wurde 2013 in der Finalrunde des internationalen Kompositionswettbewerbs des Festivals „Pablo Casals“ in Prades (Frankreich) aufgeführt und mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Saitengesang für Violoncello und Klavier, eine Auftragskomposition der Ernst von Siemens Musikstiftung, kam bei den Kasseler Musiktagen 2013 zur Uraufführung.

Vom Mozartfest Würzburg erhielt Christof Weiß einen Kompositionsauftrag für ein Trio in Reflektion auf Mozarts „Kegelstatt“-Trio. Das entstandene Klaviertrio Gespräch unter Freunden wurde im Zuge des „MozartLabors“ 2014 durch das Iris Trio aus Kanada und den USA erarbeitet und zur Uraufführung gebracht. 2018 brachte das Iris Trio dieses Stück auf einer Deutschlandtournee erneut zur Aufführung. Eine Studioaufnahme aus dem Sendesaal Bremen erschien 2020 bei Coviello Classics. Anlässlich des 100. Geburtstags des Amberger Komponisten H. E. Erwin Walther erhielt er 2020 einen Kompositionsauftrag der Stadt Amberg, gefördert durch den Bayerischen Kulturfonds. Daraus entstand die Kammersymphonie into the uncertain, die 2021 vom Ensemble der/gelbe/klang aus München zur Uraufführung gebracht und bei NEOS eingespielt wird.

Von 2012 bis 2015 arbeitete Christof Weiß am Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau (Thüringen). Seine Promotion zur musiktheoriebasierten Klassifikation von Audiodaten wurde von Prof. Karlheinz Brandenburg, bekannt für die Mitentwicklung des mp3-Formats, betreut. Für die allgemeinverständliche Darstellung seines Dissertationsthemas erhielt Christof Weiß 2018 den KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation der Klaus-Tschira-Stiftung.

Seit September 2015 setzt er seine Forschung an den International Audio Laboratories Erlangen, einem gemeinsamen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg und des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS), fort. In der Arbeitsgruppe von Prof. Meinard Müller arbeitet er unter anderem an einer computergestützten Harmonieanalyse von Richard Wagners Ring-Zyklus. Im Jahr 2021 ist er Gastwissenschaftler an der Universität Télécom ParisTech in Frankreich und arbeitet dort an Algorithmen zur Musikanalyse auf Basis von Techniken des Maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz), gefördert durch ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Christof Weiß war von 2007 bis 2015 Stipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und in diesem Zusammenhang in verschiedenen stipendiatischen Musikprojekten als Organisator, Musiker, Arrangeur und Komponist tätig. Im Jahr 2011 wurde ihm der Kulturförderpreis der Stadt Amberg verliehen.



© Christof Johannes Weiß 2020